häuslicher Unterricht

Häuslicher Unterricht muss dem Unterricht an der Schule mindestens gleichwertig sein.

Die Eltern müssen nicht um die Erlaubnis zu häuslichem Unterricht „ansuchen“ (bitten). Sondern: Eltern müssen der Behörde (Landesschulrat) die Teilnahme ihres Kindes an einem häuslichen Unterricht rechtzeitig „anzeigen“ (mitteilen).

Dies kann durch ein FORMLOSES SCHREIBEN erfolgen.
Es ist nicht verpflichtend, die Vorlage der Behörde zu verwenden! Eine besondere Qualifikation der Personen, die den häuslichen Unterricht erteilen werden, ist nicht vorgeschrieben.

Die Behörde trägt die Verantwortung dafür, dass alle schulpflichtigen Kinder auch tatsächlich den gesetzlich für sie vorgesehenen Unterricht erhalten.

Deshalb muss der Landesschulrat prüfen, ob mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die gesetzlich geforderte Gleichwertigkeit des Unterrichts zu erwarten ist. Kommt der Landesschulrat zur begründeten Ansicht, dass dies nicht der Fall sein wird, so kann er innerhalb eines Monats ab dem Einlangen der Anzeige die Teilnahme an einem solchen Unterricht untersagen.

sehe auch Asuzug aus einem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts: hier

Wichtig für eine „erfolgreiche“ Anzeige:

Termin der Anzeige:
§ 11 Abs.3 SchPflG:
Die Anzeige muss vor Beginn des Schuljahres erfolgen. Der Landesschulrat hat einen Monat Zeit die Situation zu prüfen.

Inhalt der Anzeige:
Als Grundlage für die Prüfung der Gleichwertigkeit des Unterrichts muss die Anzeige jedenfalls enthalten:
• Informationen über den häuslichen Unterricht:
o Unterrichtszeit: Wann findet der Unterricht statt?
o Unterrichtende: Welche Person(en) werden Unterricht erteilen? (Die Personen müssen weder LehrerInnen noch sonst wie einschlägig ausgebildet sein)
o Lehrstoffverteilung: Der Lehrplan muss bekannt sein. Die Bekanntgabe der Aufteilung des Lehrstoffes auf die Wochen bzw. Monate des Unterrichtsjahres ist nicht erforderlich!
• Entscheidung der Schulleitung über die Schulreife
Um eine geeignete Lehrstoffverteilung vorlegen zu können, muss bekannt sein, welcher Lehrplan zur Anwendung kommen wird: Lehrplan für die Vorschulstufe oder für die 1. Schulstufe

Es ist daher keinesfalls erforderlich, bei der Schülereinschreibung im Jänner das Thema „häuslicher Unterricht“ zu diskutieren.
Die Schülereinschreibung sollten Eltern vielmehr dazu nützen, die Schulleitung auf ihre Bedenken hinsichtlich Schulreife anzusprechen und die Feststellung der Schulreife zu verlangen.

WICHTIG:
Erfolgsnachweis nur bzw. erst vor Schulschluss =Ende des Unterrichtsjahres)

§ 11 Abs. 4 SchPlG:

Der zureichende Erfolg eines im Abs. 1 oder 2 genannten Unterrichtes ist jährlich vor Schulschluß durch eine Prüfung an einer im § 5 genannten entsprechenden Schule nachzuweisen, soweit auch die Schüler dieser Schulen am Ende des Schuljahres beurteilt werden. Wird ein solcher Nachweis nicht erbracht, so hat der Landesschulrat anzuordnen, daß das Kind seine Schulpflicht im Sinne des § 5 zu erfüllen hat.

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