SQA - Schulqualität Allgemeinbildung:

Auszug aus SQA - Richtlinien: RS Nr. 14/2013

Allgemeines
• Gesetzliche Grundlagen: SQA beruht auf dem § 18 Bundes-Schulaufsichtsgesetz (Verbindlichkeit für Schulen ab 1.9.2013) und auf dem § 56 Abs. 2 SchUG.
• Definition: SQA ist eine Initiative des BMUKK für pädagogische Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung im allgemein bildenden Schulwesen. SQA versteht sich als Grundhaltung, Methode und Werkzeug für die handelnden Personen auf allen Ebenen des Schulsystems, um die Qualität ihres Tuns und die Ergebnisse zu optimieren.
• Ziel von SQA ist es, durch pädagogische Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung zu bestmöglichen Lernbedingungen an allgemein bildenden Schulen beizutragen. Das eigenständige Lernen von Schülerinnen und Schülern, unterstützt durch wertschätzende, sachlich fundierte Begleitung von Lehrerinnen und Lehrern, soll zur weiteren Anhebung des Bildungsniveaus führen.

• Rahmenzielvorgabe der Sektion I des BMUKK für die Schuljahre 2012/13 (Pilotschulen) bis 2015/16 ist die „Weiterentwicklung des Lernens und Lehrens an allgemein bildenden Schulen in Richtung Individualisierung und Kompetenzorientierung“.
• Ansatzpunkt der Planungen aller Schulen sind die unterschiedlichen Ausgangslagen ihrer Schülerinnen und Schüler. Damit wird auch der Forderung nach bewusstem Umgang mit Diversität (Integration/Inklusion, Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit) Rechnung getragen.
• Leittexte des BMUKK zu „Lernen“, „Unterrichts- und Schulqualität“ und „Dialogische Führung“ finden sich auf der SQA-Website.
• Terminologie/Begrifflichkeiten: Folgende Begriffe werden in der Innen- und Außenkommunikation des BMUKK durchgehend verwendet:

o „SQA – Schulqualität Allgemeinbildung"
o „Entwicklungsplan – EP“ („Bezirks-EP“, „Landes-EP“, „BMUKK-EP“)
o „Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräch – BZG“
o „dialogische Führung“ (s. auch Pkt. BZG)
o „SQA-Landeskoordinator/in“, „SQA-Schulkoordinator/in“
o „EBIS – Entwicklungsberatung in Schulen“
o „SQA-online
Begriffe, die das BMUKK bewusst nicht verwendet, weil sie ein falsches Bild von der SQAPhilosophie vermitteln: „Qualitätsbericht“; „Formular“, „ausfüllen“.

• Verantwortlichkeit auf Landesebene: Verantwortlich für die Steuerung und Koordinierung der SQA-Aktivitäten im Bundesland ist die Schulaufsicht, unterstützt von den SQALandeskoordinator/ inn/en.

Entwicklungspläne (EP) der Schulen

Grundrhythmus: Um die Kontinuität der pädagogischen Arbeit an den Schulen zu unterstützen, gibt das BMUKK alle drei Jahre ein strategisches Rahmenziel für das allgemein bildende Schulwesen vor (s. o.). Mit Blick auf diese Rahmenzielvorgabe setzen sich die Schulen jährlich konkrete Ziele und planen Maßnahmen zur Umsetzung und Evaluierung; dies gilt für Thema 1 der Entwicklungspläne (s. u.). Dabei setzt jede Schule dort an, wo sie in ihrer Entwicklung gerade steht, und bezieht erfolgreiche laufende Aktivitäten in die Planungen mit ein.

EP werden an den Schulen im Laufe des 2. Semesters für das jeweils folgende Schuljahr (fort-)geschrieben und spätestens nach Schulbeginn im Herbst an die Schulaufsicht übermittelt. In diesen Rhythmus werden sich alle allgemein bildenden Schulen im Laufe der kommenden Jahre einordnen; die zeitliche Staffelung orientiert sich in der Regel daran, wann die Schulleiter/innen ihren „SQA-Workshop“ an der Pädagogischen Hochschule absolvieren.

2016 wird das BMUKK neuerlich eine Rahmenzielvorgabe bekannt geben. Sie wird die derzeit geltende Vorgabe entweder um eine Periode verlängern oder zumindest so organisch fortschreiben, dass alle Schulen ihre begonnenen Entwicklungsvorhaben fortsetzen können.
Inhalt: Jeder Entwicklungsplan enthält in der laufenden Periode 2012–16 zwei Themen. Diese Fokussierung soll es den Schulen ermöglichen, mit ihren Zielen und Maßnahmen in die Tiefe zu gehen, d. h. die Schüler/innen tatsächlich zu erreichen. Natürlich steht es jeder Schule frei, mehr als zwei Themen zu bearbeiten; von ihr verlangt werden darf dies aber nicht.


o Thema 1 ist an die Rahmenzielvorgabe des BMUKK gebunden (s. o.). Die Grundfragen bei Zielsetzungen, MaĂźnahmenplanung und Evaluierung lauten daher immer:
• Wie gestalten wir – unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten – Schule und Unterricht, damit sich das Lernen und Lehren im Sinne der Individualisierung und Kompetenzorientierung weiterentwickelt?
• Wie gestalten und begleiten wir die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler, um ihren unterschiedlichen Ausgangslagen gerecht zu werden, ihre Potenziale zu erkennen und deren Entfaltung optimal zu unterstützen?

Richtlinien fĂĽr Schulen, die 2013/14 neu in SQA einsteigen:
Im Rahmen der oben genannten Grundfragen ist die Auseinandersetzung mit folgenden Ressortschwerpunkten fĂĽr alle Schulen verbindlich:
Volksschule:
• Schuleingangsphase oder
• Bildungsstandards oder
• Übergänge zu weiterführenden Schulen
Sekundarstufe I (AHS, HS, NMS):
• Bildungsstandards
Sekundarstufe II (AHS):
• Neue Reifeprüfung
PTS
• Weiterentwicklung der Individualisierung und Differenzierung (in Anlehnung an NMS)
Sonderschulen und Integrationsstandorte
• Individuelle Förderung/individuelle Förderpläne oder
• Übergänge gestalten

Richtlinien f. Schulen, die bereits mit SQA begonnen haben:

Thema 2 steht gleichberechtigt neben Thema 1 und ist von jeder Schule nach ihren Interessen und Bedürfnissen frei zu wählen.

Richtlinien für die Entwicklungspläne
• Einhaltung der vorgegebenen, verbindlichen Grundstruktur, zu der es orientierende Leitfragen gibt; nur so ist eine vergleichende Analyse durch die Schulaufsicht auf Bezirksebene möglich!)
• Erarbeitung als partizipativer Prozess auf möglichst breiter Basis unter Nutzung bereits bestehender Arbeitsstrukturen, wie z. B. Steuer-, Fach-, Arbeitsgruppen
• vereinbarte Spielregeln bzgl. Kommunikation und Entscheidungsfindung
• nicht delegierbare Letztverantwortung d. Schulleiters/d. Schulleiterin für EP (Erstellung, Ergebnis)
• Transparenz von Arbeitsprozessen und Verantwortlichkeiten
• möglichst breite, wirksame Information über das Ergebnis
• Dokumentation: EP werden an der Schule systematisch gesammelt
• Einsatz des/der SQA-Schulkoordinators/in nach vereinbartem Aufgabenprofil
• Kleinschulen: spezifische Regelungen sind noch in Arbeit und werden gesondert bekannt gegeben
• Sonderpädagogik: EP an Sonderschulen, die gleichzeitig SPZ sind, gilt nur für den Teil Sonderschule; Bezirks- und Landes-EP: Einbeziehung der SPZ-Leitungen

Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche(BZG) zwischen Schulleitung und Schulaufsicht ( Siehe: RS Nr. 14/2013)

Feedback, Evaluation, externe Daten
• Feedback und Evaluation sind wertvolle Grundlagen für die eigene (Entwicklungs-)Arbeit, weil sie eine zusätzliche (Außen-)Perspektive ins Spiel bringen. Besonders wirksam ist gut eingesetztes Individualfeedback – es soll daher an jeder Schule stattfinden (in koordinierter Form, um Häufungen in einzelnen Klassen zu vermeiden). Feedback, Evaluation und der Umgang mit externen Daten erfordern höchste Sensibilität. Ein „niederschwelliger“ Einstieg soll immer dort möglich sein, wo noch wenig Erfahrung gegeben ist.
• BIST-Rückmeldungen: Die Schulaufsicht kann bei Bedarf Einsicht in Detailergebnisse der Schule verlangen – letztere von Vornherein einzufordern, wäre aus Sicht von SQA kontraproduktiv und nicht im Sinne von SQA!

Weitere Rundschreiben:

RS Nr. 13/2015

RS Nr. 25/2014

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