Bildungsstandards und R├╝ckmeldungen der Ergebnisse

Funktionen der Bildungsstandards:

(1) Bildungsstandards sollen Aufschl├╝sse ├╝ber den Erfolg des Unterrichts und ├╝ber Entwicklungspotentiale des ├Âsterreichischen Schulwesens liefern. Dar├╝ber hinaus sollen sie

1. eine nachhaltige Ergebnisorientierung in der Planung und Durchf├╝hrung von Unterricht bewirken,
2. durch konkrete Vergleichsma├čst├Ąbe die bestm├Âgliche Diagnostik als Grundlage f├╝r individuelle F├Ârderung sicher stellen und
3. wesentlich zur Qualit├Ątsentwicklung in der Schule beitragen.

(2) Zum Zweck der nachhaltigen Ergebnisorientierung in der Planung und Durchf├╝hrung von Unterricht haben die Lehrerinnen und Lehrer den systematischen Aufbau der zu vermittelnden Kompetenzen und die auf diese bezogenen Bildungsstandards bei der Planung und Gestaltung ihrer Unterrichtsarbeit zu ber├╝cksichtigen (Orientierungsfunktion gem├Ą├č Abs. 1 Z 1).

(3) Die Leistungen der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sind in allen Schulstufen unter Zugrundelegung der Bildungsstandards f├╝r die 4. bzw. f├╝r die 8. Schulstufe besonders zu beobachten und zu analysieren. Auf der Basis des diagnostischen Vergleiches von zu erlangenden und individuell erworbenen Kompetenzen
ist eine bestm├Âgliche individuelle F├Ârderung der Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler sicher zu stellen (F├Ârderungsfunktion gem├Ą├č Abs. 1 Z 2).

Begriffsbestimmungen:

1. ÔÇ×BildungsstandardsÔÇť sind konkret formulierte Lernergebnisse in den einzelnen oder den in fachlichem Zusammenhang stehenden Pflichtgegenst├Ąnden, die sich aus den Lehrpl├Ąnen der in ┬ž 1 genannten Schularten und Schulstufen ableiten lassen. Diese Lernergebnisse basieren auf grundlegenden Kompetenzen, ├╝ber die die Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler bis zum Ende der jeweiligen Schulstufe in der Regel verf├╝gen sollen;

2. ÔÇ×KompetenzenÔÇť sind l├Ąngerfristig verf├╝gbare kognitive F├Ąhigkeiten und Fertigkeiten, die von Lernenden entwickelt werden und die sie bef├Ąhigen, Aufgaben in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsbewusst zu l├Âsen und die damit verbundene motivationale und soziale Bereitschaft zu zeigen;

3. ÔÇ×grundlegende KompetenzenÔÇť sind solche, die wesentliche inhaltliche Bereiche eines Gegenstandes abdecken und somit f├╝r den Aufbau von Kompetenzen, deren nachhaltiger Erwerb f├╝r die weitere schulische und berufliche Bildung von zentraler Bedeutung ist, ma├čgeblich sind;

4. ÔÇ×KompetenzmodelleÔÇť sind prozessorientierte Modellvorstellungen ├╝ber den Erwerb von fachbezogenen oder f├Ącher├╝bergreifenden Kompetenzen. Sie strukturieren Bildungsstandards innerhalb eines Unterrichtsgegenstandes und st├╝tzen sich dabei auf fachdidaktische sowie fachsystematische Gesichtspunkte

5. ÔÇ×KompetenzbereicheÔÇť sind fertigkeitsbezogene Teilbereiche des Kompetenzmodells.

R├╝ckmeldung:

Die Auswertungen der Ergebnisse haben so zu erfolgen, dass auf deren Basis Ma├čnahmen zur Qualit├Ątsentwicklung bundesweit, landesweit und schulbezogen erfolgen k├Ânnen.

In der Verordnung ist au├čerdem festgelegt, dass die individuellen Ergebnisse so r├╝ckgemeldet werden, dass sie nicht auf eine/-n bestimmte/-n Sch├╝ler/-in r├╝ckgef├╝hrt werden k├Ânnen.
Sch├╝ler/-innen: erhielten bei der Testung einen Code, der ihnen ÔÇ×onlineÔÇť Zugang zu ihren eigenen Ergebnissen verschafft. So k├Ânnen sie ihre Leistungen ab sofort vergleichen mit dem ├ľsterreich-Schnitt, dem HS/NMS-Schnitt und dem AHS-Schnitt. Zus├Ątzlich wird ihr Prozentrang bezogen auf alle getesteten Sch├╝ler/-innen, unabh├Ąngig von der Schulart, angegeben.
Lehrer/-innen: Die R├╝ckmeldung an Lehrer/-innen erfolgt auch online. Sie erhalten den Mittelwert ihrer Klasse bzw. Gruppe und den Schulmittelwert im getesteten Gegenstand und k├Ânnen auch die Streuung der Leistungen ihrer Sch├╝ler/-innen ersehen. Referenzwerte sind auch hier der ├ľsterreich-Schnitt, der HS/NMS-Schnitt und der AHS-Schnitt, sowie in ausgew├Ąhlten Grafiken der Schnitt der Leistungsgruppen an Hauptschulen. Au├čerdem kann aus diesen Diagrammen der Erwartungsbereich f├╝r die eigene Klasse/Gruppe auf Basis des ÔÇ×fairen VergleichsÔÇť1) abgelesen werden.

Schulleiter/-innen: erhalten einen aus 4 Teilen bestehenden Schulbericht.
Teil 1 enth├Ąlt
die Ergebnisse der Schule als Mittelwerte dargestellt. Referenzwerte sind der ├ľsterreich-Schnitt, der HS-Schnitt und der AHS-Schnitt.
den jeweiligen Erwartungsbereich und
der Prozentrang3) der Schule innerhalb der Schulart
Detailinformationen zu den Ergebnissen der Schule nach Geschlecht und Herkunft (Migrationshintergrund2)) sowie
die Positionierung der Sch├╝ler-Leistungen der besten 10 Prozent der Schule.
Teile 2,3,4 enthalten
die Schulmittelwerte und
Mittelwerte aller an der Schule ├╝berpr├╝ften Klassen/Gruppen sowie
Detailinformationen zu Ergebnissen in den einzelnen Kompetenzbereichen.

Die Ergebnisse der Schule Ihrer Kinder sollen bis sp├Ątestens Ende Mai 2013 zwischen
Schulleitung und VertreterInnen der Schulpartner (in den Sitzungen von Schulforum bzw. Schulgemeinschaftsausschuss) vertraulich besprochen werden.
Die Schulergebnisse sind kein Instrument der ├ľffentlichkeitsarbeit. Sie sollen den Schulen helfen sich mit den eigenen St├Ąrken und Schw├Ąchen konstruktiv auseinander zu setzen.
Um diesen Prozess zu unterst├╝tzen, stehen R├╝ckmeldemoderatorInnen zur Verf├╝gung, die der Schulleitung sowie den LehrerInnen der Schule Ihrer Kinder beim Interpretieren der Ergebnisse sowie beim Erarbeiten m├Âglicher Handlungsfelder helfen.
Die Ergebnisse der Diskussionen an der Schule Ihres Kindes werden in die Entwicklungspl├Ąne, einflie├čen.

Dadurch wird ein Qualit├Ątskreislauf gestartet, der den Schulstandort nachhaltig weiterentwickeln soll. Unterst├╝tzt wird dies durch die P├Ądagogischen Hochschulen mit Entwicklungsbegleitung sowie schulinterner bzw. schul├╝bergreifender Lehrerfortbildung.
(Auszug aus dem Brief des bmukk an die Eltern)

Landes- und Bezirksschulinspektor/inn/en erhalten jeweils den ersten Teil der Schulberichte der getesteten Schulen ihres Aufsichtsbereiches.

Der Schulbericht soll als Informationsquelle bez├╝glich der Leistungen der Sch├╝ler/-innen der Schule dienen ÔÇôohne dass die Ergebnisse auf einzelne Personen r├╝ckgef├╝hrt werden k├Ânnen- und eine St├Ąrken-Schw├Ąche-Analyse erm├Âglichen, die zu geeigneten Schwerpunktsetzungen im Unterricht f├╝hrt.