Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Vizepräsidentin,

wie Sie nachstehend sehen können, ist die ungerechtfertigte Verkürzung von Unterrichtszeit immer noch nicht Geschichte. Nachdem ich am Mittwoch Kenntnis vom Rundschreibens in GU erhalten hatte, habe ich Frau LSI Thomann kontaktiert, die darüber nicht informiert war und umgehend miit einem entsprechenden Schreiben an die Schulleitungen reagierte.

Wir erwarten nicht - wie uns von Seiten verärgerter Schulen gerne nachgesagt wird - nicht „striktes Pauken“ und gönnen unseren Schulkindern „locker“ gestaltete Wochen mit vielfältigem Lernen auch im Sinne von Kameradschaftspflege (soziales Lernen), mit Ausflügen (entdeckendes Lernen), mit Besuchen von Firmen etc. (forschendes Lernen), Begabungsförderung, und, und…. Denn auch das ist Unterricht und Erfüllung des Lehrplans!

Dafür ist es jedoch erforderlich, dass die Unterrichtszeiten (Beginn – Ende) eingehalten werden. Denn nur wenn die Kinder in der Schule bzw. mit ihren Lehrpersonen und Kameraden sein dürfen, können derartige für die Entwicklung entscheidenden Unternehmungen stattfinden.

Unsere Initiative richtet sich nicht -wie vielfach unterstellt wird- gegen die Lehrerschaft, da wir keine Ausweitung der fĂĽr Unterricht bezahlten Stunden fordern sondern nur die Abhaltung der gesetzlich vereinbarten Unterrichtszeiten.

Hinsichtlich Eltern möchte ich zu bedenken geben, dass es für immer mehr Eltern bei Unterrichtsentfall nicht um ein „Verlieren eigener Freizeit“ geht -auch eine gängige Unterstellung verärgerter Pädagog/inn/en- , sondern um eine Kollision mit der eigenen Arbeitszeit.

Entfällt der Unterricht so haben immer weniger Kinder einen Eltern- oder Großelternteil, der flexibel zur Verfügung stehen kann. Diese in einem Dienstverhältnis stehenden Eltern sind auch um das Wohl Ihrer Kinder bedacht (was ihnen von den verärgerten Pädagog//inn/en oft abgesprochen wird!). Diese Eltern stehen –je nach Arbeitgeber- vor einem Dilemma: das Kind einige Stunden sich selbst überlassen, Urlaub nehmen (falls man ihn bekommt und genug hat, denn der Sommer ist lang), jemanden für die Betreuung bezahlen (so man jemanden an der Hand hat, der flexibel ist bzw. sich das leisten kann).

Unsere Initiative „Unterrichtszeit ist wertvoll“ hat die Kinder im Mittelpunkt. Sie kann aber durchaus auch als Unterstützung für die Schule gesehen werden. Denn dass Eltern den Unterricht als wertvoll erachten, stellt auch eine Wertschätzung der Arbeit von Pädagog/inn/en dar.

Auch wir haben wieder -wie auch unten im Brief angefĂĽhrt- Meldungen ĂĽber deutlich verkĂĽrzte Unterrichtstage erhalten.

Dies sollte nun nach so vielen BemĂĽhungen wirklich allen zu denken geben. Und leider trifft auch zu, dass ebenso wie im Punkt "Unterrichtszeit" es auch hinsichtlich anderer rechtlicher Vorgaben fĂĽr (zu) viele Schulen ein Leichtes ist, sich darĂĽber hinwegzusetzen.

Gerade an solchen Schulen ist es für Eltern besonders "gefahrvoll" und auch nicht Erfolg versprechend, Unzulänglichkeiten aufzuzeigen. Die oftmals empfohlene Variante, die Eltern mögen deratige Dinge im Rahmen der Schulpartnerschaft regeln, ist nicht nur nicht zielführend sondern unzumutbar.

Wir ersuchen um ein Strategiegespräch mit dem Ziel, tragfähige Unsetzungsschritte zu entwickeln.

Mit freundlichen GrĂĽĂźen

Ilse Schmid