Mehr Unterricht - bessere Leistungen

Die OECD hat untersucht, wann sozial schwache SchĂŒler Spitzenleistungen bringen.
Wien/Beba.

SchĂŒler aus armen Familien haben in Österreich wenig Chancen, zu den Besten ihrer Altersklasse zu gehören.
Das zeigt eine Detailauswertung der vergangenen beiden PISA-Tests. Nur jeder fĂŒnfte SchĂŒler aus sozial schwachen VerhĂ€ltnissen schafft es hierzulande ins obere Leistungsviertel; im OECD-Schnitt ist es dagegen jeder dritte, in China sogar die Mehrheit der SchĂŒler.
Warum schaffen es benachteiligte SchĂŒler in manchen LĂ€ndern eher an die Spitze als in anderen? Die Analyse der naturwissenschaftlichen PISA-Leistungen legt einen SchlĂŒsselfaktor nahe: Die Zeit, die sie in der Schule verbringen. Mehr Unterrichtsstunden verbessern die Leistungen sozial schwacher SchĂŒler.

Zwar wird Gesamtleistung der SchĂŒler eines Landes durch mehr Unterricht nur geringfĂŒgig verbessert. Doch „bei den benachteiligten SchĂŒlern hat die Lernzeit in der Schule den grĂ¶ĂŸten Einfluss darauf, ob sie ihre Altersgenossen ĂŒbertreffen“, heißt es in der Studie. Jene, die Spitzenleistungen erbringen, sind im Schnitt ein bis zwei Stunden lĂ€nger in der Schule als jene mit besonders schwachen Leistungen.

Zweiter wesentlicher Erfolgsfaktor ist das Selbstvertrauen der SchĂŒler, das bei sozial benachteiligten SchĂŒlern allerdings deutlich weniger ausgeprĂ€gt ist, als bei ihren bessergestellten Altersgenossen. Je selbstbewusster sozial schwache SchĂŒler sind, desto grĂ¶ĂŸer aber ihre Chance, Spitzenleistungen zu erbringen. Die OECD regt in „PISA im Fokus“ deshalb an, Selbstbewusstsein und Motivation durch spezielle Lehrmethoden und Förderung zu stĂ€rken.

Quelle: 19.06.2011 | 18:20 | (Die Presse)

 

Schön, dass dieser Aspekt auch wissenschaftlich abgesichert ist. Über viele Jahre haben wir uns auf Bundes- und Landesebene fĂŒr die Einhaltung der Unterrichtszeiten stark gemacht und zumindest auf formaler Ebene einiges erreicht.
Die sorgfÀltige Umsetzung muss an den Standorten passieren.

Die Elternvertretungen vor Ort tragen hier Mitverantwortung, insbesondere auch im Hinblick auf den Verzicht, die gesetzlichen Höchstgrenzen fĂŒr „Unterrichtszeit-raubende“ BeschlĂŒsse auszuschöpfen. I.S.