Wichtige Rolle der Elternvereine

Die Mitwirkung von Eltern an der Schule ist gesetzlich gut verankert. Damit diese Beteiligung auch mit Wirkung ist, bedarf es meist einer gemeinsamen Vorgehensweise.
Hier kommt dem Elternverein eine wichtige Informations- und Koordinationsaufgabe zu.
Große Verantwortung besteht insbesondere darin, wichtige Eckpfeiler der Schule auch gegen kurzfristige Strömungen oder Einzelinteressen zu „verteidigen“.

Wesentliche Aufgabe von Schule ist das Erteilen von gutem Unterricht.

Dazu ist es notwendig, dass Unterricht auch stattfindet.

Es liegt in der Autonomie er Schule, Tage schulfrei zu erklären, Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen festzulegen sowie einzelne Unterrichtsprojekte durchzuführen.
Der Gesetzgeber bietet hier höchstens Obergrenzen an. Ob und wie viel davon in Anspruch genommen wird, entscheidet die Schule.
Jeder Unterrichtsentfall muss sorgfältig gegen den Wert des Ereignisses, für welches Unterrichtszeit aufgegeben wird, abgewogen werden.

Schulautonome Tage mĂĽssen nicht sein:

Zwar darf das Schulforum – aus Anlässen des schulischen oder sonstigen öffentlichen Lebens – eine bestimmte Anzahl von Tagen schulfrei erklären ABER es muss nicht!
Der Automatismus, der vielfach völlig unhinterfragt zu einer vollständigen Ausschöpfung dieses Kontingents führt, kann von Elternseite durchbrochen werden. Ohne mehrheitliche (mit Zwei-Drittel-Mehrheit) Zustimmung der Elternseite kann keine Schulfreierklärung erfolgen. In diesem Schuljahr konnte so auf Initiative von Elternvereinen an manchen Schulen kein „Ersatz-Termin“ für den 7. Jänner beschlossen werden.

Zur Vorgeschichte: Der 7. Jänner war ja von vielen Schulen als schulautonomer Tag gewählt worden, weil der Beschluss der Landesregierung zur Schulfreierklärung des 7. Jänners erst mit großer Verspätung erfolgte. So fiel dieser Tag nicht mehr ins „Kontingent“ für schulautonome Tage, wodurch wieder 1 Tag zur Schulfreierklärung zur Verfügung stand.

Den Berichten von verärgerten Eltern zufolge, gab es mancherorts keine Schulforumssitzung aber dennoch schulfrei, mancherorts wurde den Eltern erklärt, dass eine Verpflichtung zur Schulfreierklärung bestünde, etc. Viele Schulen beanspruchten, auf welche Art auch immer, diesen „6. freien Tag“. Obwohl:

es nicht ersichtlich ist, worin das schulische Interesse bestehen könnte, gerade im Juni mit den vielen Feiertagen und den 2 verordneten schulfreien Fenstertagen in Verbindung mit den Schularbeiten, Tests und Prüfungen vor dem Jahresabschluss noch einen weiteren Tag schulfrei zu haben. Auch das sonstige öffentliche Interesse für einen freien 1. Juni scheint eher gering im Vergleich zu den schulischen Notwendigkeiten, Unterrichtstage auch noch für Unterricht zur Verfügung zu haben.

Überhaupt scheint es nicht Usus, die gesetzlich erforderliche Begründung für die Schulfreierklärung zu haben. Die Tage werden behandelt wie Urlaubstage, die konsumiert werden müssen.

 

Weitere BeschlĂĽsse und Beratungen des Schul-/Klassenforums, die Unterrichtszeit betreffen:

Schulveranstaltungen:
• dienen der Ergänzung des lehrplanmäßigen Unterrichts
• es besteht Verpflichtung zur Teilnahme (außer bei inkludierter Nächtigung)
• das maximale Ausmaß ist gesetzlich verankert.

Die Erfüllung des Lehrplans darf durch die durch Schulveranstaltungen verursachte Einschränkung der Unterrichtszeit nicht beeinträchtigt sein

Schulbezogene Veranstaltungen:
• Müssen auf einem lehrplanmäßigen Unterricht aufbauen
• Anmeldung (freiwillig) erforderlich, Teilnahme erst nach Anmeldung verpflichtend
• Finden in der unterrichtsfreien Zeit statt bzw. es dürfen aufs Jahr gerechnet nicht mehr als drei Tage Unterricht entfallen (außer bei Erklärung durch LSR)
Durch die Teilnahme darf der erfolgreiche Abschluss der Schulstufe nicht gefährdet sein und

Immer wieder erfolgt durch den Gesetzgeber der Hinweis, dass die ErfĂĽllung des Lehrplans oberstes Ziel zu sein hat.

Die Elternvertreter/innen haben somit Pflicht und Recht dafür zu sorgen, dass nicht zu viele Unternehmungen beschlossen werden bzw. stattfinden und dadurch die Unterrichtszeit zu sehr eingeschränkt wird. Betroffen von derartigen Unternehmungen sind meist nicht nur die teilnehmenden Schüler/innen, sondern auch jene Kinder, deren Lehrpersonen wegen dieser Veranstaltungen abwesend sind.

 

Sonstiger Unterrichtsentfall:

Hier kommt der Elternvertretung zwar kein Mitbestimmungsrecht zu aber der Vergleich der Handhabungen am Standort mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen ist legitim.
Leider gibt es noch immer Schulen, die zahlreiche verkĂĽrzte Unterrichtstage haben.

Bekannte Beispiele:
Letzte Unterrichtstage vor Ferien, Schulgottesdienste, Sprechtage, Konferenztage
Ad Gottesdienste:
Gemäß §2a (2) des Religionsunterrichtsgesetzes ist den Schülern –bis zu einem festgelegten Ausmaß- die Erlaubnis zum Fernbleiben zu erteilen, um ihnen die Teilnahme an Schülergottesdiensten oder religiösen Übungen zu ermöglichen.
Daraus ergibt sich, dass davor und/oder danach der Unterricht zu besuchen ist, sofern die religiöse Übung nicht den gesamten Unterrichtstag in Anspruch nimmt.
Ebenso ergibt sich daraus, dass nur jene Kinder fernbleiben dürfen, die an diesem Schülergottesdienst oder der religiösen Übung teilnehmen.
Im Erlass des LSRs wir ausdrücklich erklärt, dass diese Erlaubnis zum Fernbleiben keiner Schulfreierklärung gleichkommt.

Unterrichtsentfall schadet in mehrfacher Hinsicht:
• Eltern die ihren Arbeitsalltag auf die vereinbarten Unterrichtstage und –zeiten abgestimmt haben, stehen vor Betreuungsproblemen
• Kinder, die auf Unterricht angewiesen sind, geht die Zeit ab
• Es entsteht der Eindruck, dass Schulleitung und Lehrerschaft ihren Unterricht nicht so wichtig finden, was auch vermehrt zu Bestrebungen bei Eltern führt, ihre Kinder für Urlaubsfahrten (früher) aus der Schule zu nehmen.