Leistungen und Leistungsbeurteilung

§ 18.SchUG

(1) Die Beurteilung der Leistungen der Schüler in den einzelnen Unterrichtsgegenständen hat der Lehrer durch Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht sowie durch besondere in die Unterrichtsarbeit eingeordnete mündliche, schriftliche und praktische oder nach anderen Arbeitsformen ausgerichtete Leistungsfeststellungen zu gewinnen. Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes.

Leistungsbeurteilung muss folgende Aspekte berücksichtigen:
 Beobachtung von Lernprozessen
 Diagnostik von Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnissen
 Ergebnis- /Fehleranalyse
 Bewertung.

§ 11 Leistungsbeurteilungsverordnung

(2) Der Lehrer hat die Leistungen der Schüler sachlich und gerecht zu beurteilen, dabei die verschiedenen fachlichen Aspekte und Beurteilungskriterien der Leistung zu berücksichtigen und so eine größtmögliche Objektivierung der Leistungsbeurteilung anzustreben.

Die Klassifizierung von Aufgabenstellungen kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen:
• es wird Wissen abgefragt,
• es wird Problemlösung verlangt,
• es wird Sicherheit/Routine in der Anwendung von Verfahren erhoben,
• es werden „neue“ Aufgabenstellungen bearbeitet, dh es gab davor keine vergleichbaren Aufgabenstellungen,
• etc.

Ergebnisanalyse: Fehler liefern wertvolle erste Anhaltspunkte. Richtige Ergebnisse allein geben aber ebenso wenig verlässlich Aufschluss über das Können, wie Fehler über ein Nicht-Können.

Prozessbeobachtung: Um die Gedanken des Kindes nachvollziehen zu können, sind die Beobachtung der Kinder bei der Bearbeitung von Aufgaben, und Gespräche mit den Kindern über deren zugrundeliegenden Gedankengänge wichtig –.

Trennung von Beobachtungs- und Bewertungsprozessen: Eine Bewertung schließt immer einen Vergleich mit einer Norm mit ein: Erreichen von Lernzielen, Erledigung der Arbeit in einer bestimmten Zeit, oft auch die Leistungen der Mitschüler/innen. Wichtig ist es, sich des Maßstabs und den Ansprüchen an das einzelne Kind bewusst zu sein. Denn:
Der Maßstab der Leistungsbeurteilung ist kraft des Gesetzes ein von der Beurteilung anderer Schüler unabhängiger. (Erk. des Verw.GH)

§ 18 SchUG

(2) Für die Beurteilung der Leistungen der Schüler sind folgende Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden: Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4), Nicht genügend (5).

In der 1. und 2. Schulstufe der Volksschule und der Sonderschule kann das Klassenforum oder das Schulforum beschließen, daß1 der Beurteilung der Leistungen durch Noten eine Leistungsbeschreibung hinzuzufügen ist.

(3) Durch die Noten ist die Selbständigkeit der Arbeit, die Erfassung und die Anwendung des Lehrstoffes, die Durchführung der Aufgaben und die Eigenständigkeit des Schülers zu beurteilen.

Anmerkung aus Jonak-Kövesi „Das österreichische Schulrecht“
Unter „Selbständigkeit der Arbeit“ ist ein möglichst anleitungsfreies Arbeiten gemeint (bringt somit das Ausmaß der Anleitung bei der Bewältigung eines Themas zum Ausdruck)
durch den Begriff der „Eigenständigkeit des Schülers“ soll der Grad des Vermögens einen eigenen Standpunkt zu beziehen, erfasst werden.

Die Leistungsbeurteilung stellt ein Gutachten über die Leistungen eines Schülers dar. Die Noten sind hiebei in verkürzter Form zum Ausdruck gebrachte Gutachten:

Note als Gesamtkalkül für

Noten sollten somit auch die erreichten Leistungsebenen abbilden:

§ 18 SchUG

(11) Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer schriftlichen oder graphischen Leistungsfeststellung mit ,,Nicht genügend`` zu beurteilen sind, so ist sie mit neuer Aufgabenstellung ein Mal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Falle jene Leistungsfeststellung heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat.